Kurze Hausgeschichte & bisherige Bauarbeiten


Das Haus, in dem sich heute der Steinwegerich befindet, wurde  1862  durch Friedrich August Rudorf erbaut. Er betrieb einen Schlosserbetrieb und ein Eisenwarenlager. 1888 kaufte Fleischermeister Walther Sonntag das Haus und ließ es im gleichen Jahr umbauen.

 

Ab 1901 steht   Otto Prell   im Grundbuch und nun beginnt die Uhrmachertradition im Steinweg 4:

 

Den Anfang machte Otto Prell (gest.1923), welcher lange Obermeister und Ehrenobermeister war und 1921 die "Goldene Medaille" der Handwerkskammer Gera-Reuß für eigene Arbeiten erhielt.

 

Sein Sohn  Walter Prell  (1883-1979) wurde drei Jahre lang von ihm ausgebildet und dann nach einem Verbandstag der Uhrmacher gefragt, ob er die weltberühmte  Uhrmacherschule in Glashütte besuchen will. Dort absolvierte er eine einjährige Spezialausbildung, die selbst bezahlt werden musste. Wanderjahre führten in nach Berlin, wo er als Hofuhrmacher des Kaisers engagiert war, London, Dartford, Hamburg (Chronometerwerke) und schließlich zurück nach Gera. Hier übernahm er nach dem ersten Weltkrieg das väterliche Geschäft im Alter von 32 Jahren. Walter Prell wirkte als Fachlehrer in Hamburg, Glashütte, Gera und Plauen, hat für seine Pendeluhr die Goldmedaille der Handwerkskammer Gera erhalten und brachte es in der "Uhrmacherszene" zu einiger Bekanntheit. Schon kurz nach dem Tod seines Vaters wurde er zum Obermeister gewählt, später wurde er zum Vorsitzenden der Prüfungskommission für Gehilfen und Meister "auf Lebenszeit". Seine Pendeluhr ist noch heute im Uhrmachermuseum Glashütte zu besichtigen und in der Fachliteratur ausführlich behandelt.  

 

Walter Prell verkaufte das Geschäft Anfang der 50-er Jahre aus Altersgründen an einen Geraer Uhrmachermeister, Herrn Karl-Heinz Berg und starb an seinem 96. Geburtstag.

 

Reinhold Prell, der Sohn Walter Prells, 1910 geboren, wurde ebenfalls Uhrmacher und später Meister. Er musste im zweiten Weltkrieg in Hamburg für die Wehrmacht die Remontage und Feineinstellung des Kalibers 48 übernehmen. Als ihm die Einberufung zur Wehrmacht drohte, wurde er dank des Präsidenten der Deutschen Seewarte "UK" gestellt und musste nicht an die Front. Er ging 1947 nach Hamburg und arbeitete weiter als Uhrmachermeister bis zur Pensionierung 1975.

 

Sein Sohn  Eberhard Prell  wurde 1941 geboren, ist kein Uhrmachermeister geworden, lebt im "Westen" und besuchte mit seiner Frau den Steinwegerich 2007 zur Eröffnung der Ausstellung "Geschichte des Hauses Steinweg 4". Er sah somit das Haus seines Urgroßvaters, in welchem er als Kind oft zu Gast war, bei uns hoffentlich in guten Händen. Es ist schön, dass wir noch immer in Kontakt sind.

 

Zu DDR-Zeiten zunehmend dem Verfall preisgegeben, hatte das Gründerzeithaus 1984 Glück, als es zur Innenstadtsanierung anlässlich der Arbeiterfestspiele nicht abgerissen - wie seine Nachbarn - sondern umfassend im DDR-Standard saniert wurde.

 

Nach der Wende wurde es zunehmend leer im Steinweg, wechselnde Gewerbemieter bauten nacheinander Dinge ein und aus, die Wohnungen wurden leer...seit 2007 arbeiten wir dran, dass es wieder besser wird. Seit dem Kauf wurden fast alle Wohnungen saniert sowie am Geschäft gearbeitet.

 

Im Jahre 2011 wurde die Ferienwohnung "Zum Steinwegerich" über dem Ladengeschäft fertiggestellt und 2015 endlich auch die zweite Ferienwohnung.

 

Wir sind Lokalpatrioten, fest in der Region verwurzelt und tun alles dafür, dass Sie in Gera eine schöne Zeit verbringen.